DIY Haare waschen mit Roggenmehl

Haare Waschen mit Roggenmehl – Rezept und Erfahrungsbericht

Wie Ihr vielleicht schon in anderen Posts gelesen habt oder noch lesen werdet, probiere ich mich grade durch verschiedene Techniken des Haarewaschens ohne Shampoo. Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen, deshalb nur eine kurze Einleitung, warum ich diesen Umstieg mache. Übrigens eignet sich diese Methode auch wunderbar, um Hunde zu waschen!

Warum überhaupt NoPoo statt Shampoo?

Gründe für einen Umstieg von Shampoo auf NoPoo (No Shampoo) gibt es einige: Man spart Geld, produziert weniger Müll, es ist nachhaltig und vegan. Außerdem sind die meisten Shampoos durch ihre enthaltenen Tenside (SLS und SLES) und schlimmsten Fall auch noch Silikone schlecht für Kopfhaut und Haare. Sie tragen den natürlichen Fettfilm und den Talg ab, was wiederum zu einer Überproduktion führt. Das hat zur Folge, dass die Haare schneller nachfetten und wir sie öfter waschen müssen. Die Kopfhaut wird also abhängig vom Shampoo. Außerdem werden die Haare davon ummantelt. Das führt dazu, dass sie so schön weich nach dem waschen sind. Allerdings führt es auch dazu, dass die Haare keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. Etwas detaillierte Informationen zu den Tensiden findest Du hier.

Die Haare werden also schneller fettig, die Kopfhaut leidet und die Haare können schneller brüchig werden. Außerdem muss man die Haare (meistens) wesentlich öfter waschen.

Es gibt unzählige NoPoo Varianten, von einigen werde ich auch noch in anderen Posts berichten. Hier soll es erst einmal nur um die Roggenmehl Methode gehen.

Rezept

Der Vorgang bzw. das Rezept ist sehr simpel. Es gibt nur zwei Zutaten:

  • 2 EL Roggenmehl (am besten ganz fein gemahlen und kein Vollkorn)
  • 4 EL Wasser

Diese mischt ihr kurz vorm Haarewaschen zusammen. Die Menge könnt ihr dabei variieren. Je nachdem, wie viel Haar Ihr habt und wie flüssig Ihr es gern hättet, könnt ihr die Zusammensetzung nach Belieben verändern. In diesem Video seht Ihr, wie ich eine Menge von 3 EL Roggenmehl und 6 EL Wasser für meinen Hund zusammen mische.

Ab in die Dusche!

Mit der Paste geht es ab in die Dusche und dort streicht Ihr die Paste auf die Ansätze und verreibt sie ordentlich. Das heißt richtig schön in die Kopfhaut einmassieren. Das ist schon ein leichter Kraftakt. Die Roggen-Paste wird dabei schön schmierig und fast etwas schaumig. Natürlich nichts im Vergleich zu gewöhnlichem Shampoo.

Dann lasst Ihr die Paste ein paar Minuten einwirken. Im Anschluss wird sie ganz ordentlich wieder ausgespült. Am besten auch hier wieder gut massieren und sichergehen, dass ihr den ganzen Ansatz erwischt. Bei vielen Haaren macht es Sinn, die Haare zu scheiteln und umzulegen. Das Auswaschen muss sehr gründlich sein, sonst habt ihr Klümpchen in den Haaren. Ich bin es schon gewohnt, meine Haare ordentlich einzuschmieren und zu massieren – das habe ich mit Shampoo auch schon gemacht. Allerdings muss ich sagen, dass es mit dem Roggen nochmal deutlich anstrengender für mich war.

Nach der Dusche

Obwohl ich sehr gründlich war, hatte ich noch einiges an Roggen im Haar. Man kann Reste durchaus ausbürsten, bei zu vielen Resten wird das allerdings auch etwas umständlich. Gründe dafür könnten meine dicken/ vielen Haare und auch das selbst gemahlene Roggenmehl sein. Das hat meine Mutti mir freundlicherweise mitgebracht. Deshalb würde ich unbedingt empfehlen, fein gemahlenes Mehl zu nehmen. Es ist dabei egal, ob es Vollkorn ist oder nicht.

Wer danach noch trockene oder schwer kemmbare Haare hat, kann abschließen noch eine saure Rinse machen. Die Haare sind danach richtig leicht zu kemmen und glänzen außerdem schön.

Fazit

Ich habe von einigen begeisterten Roggenmehl Nutzern gelesen und glaube, dass diese Methode für einige Leute eine tolle Möglichkeit ist. Für mich selbst war es nicht die beste. Allerdings habe ich bisher auch nur Vollkornmehl getestet – das könnte das Problem gewesen sein.

In Zukunft werde ich vermutlich eher andere Alternativen wie selbstgemachte Haarseife oder Lavaerde wählen. Vielleicht schaffe ich es irgendwann sogar nur mit Wasser! Dennoch ist diese Methode definitiv ein paar Versuche wert. Ich benutze sie gerne für unseren kurzhaarigen Hund – bei ihm klappt das wunderbar und ist deutlich schonender als Hundeshampoo.

Denkt auch immer daran, dass ein Umstieg von Shampoo auf NoPoo bei vielen einige Zeit dauern kann. Ich habe was von 1 Tag bis 12 Wochen gelesen. Deshalb gebt nicht sofort auf, wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Dran bleiben lohnt sich!

Achtung!

Noch ein kleiner Hinweis zum Schluss. Ich als experimentierfreudige junge Dame möchte Euch noch ein missliches Experiment ersparen. Nehmt auf keinen Fall Dinkel oder Weizen statt Roggen. Diese Mehlsorten enthalten viel mehr Gluten, was richtig schön klebrig wird. Ich habe in meinem jugendlichen Leichtsinn einfach mal Dinkel genommen, weil ich kein Roggen finden konnte und raus kam das:

Das hat wirklich keinen Spaß gemacht und war so anstrengend rauszubekommen. Ich habe es letztendlich mit viel saurer Rinse, ordentlich rubbeln und viel Bürsten geschafft.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Roggenmehl zum Haare waschen? Habt Ihr vielleicht noch weitere Tipps?
Ich freue mich sehr über Euer Feedback!

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